Johannes 3,17

31 08 2009

Auf meiner Reise durchs Johannes-Evangelium mit der ich Jesus tiefer verstehen möchte (http://www.lennardo-da-vinci.de/2009/08/28/zurueck-zu-jesus/), habe ich gestern Abend das dritte Kapitel gelesen.

Besonders aufgefallen ist mir Johannes 3,17. Dort steht:

„Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten.“

Häufig denken Christen, dass sie Nicht-Christen bekehren müssten, indem sie ihnen erzählen, dass sie sündig seien und Gott bräuchten. Meiner Meinung nach entspricht dieses Muster genau dem, was Jesus nicht wollte, da auf diese Weise der Gegenüber erst einmal schlecht gemacht und verurteilt wird. Ich bin überzeugt, dass das nicht Gottes Weg ist. Viel mehr, sollten Christen in der Lage sein, das Positive an Jesus zu vermitteln ohne den Anderen in ein negatives Licht zu stellen, was sehr bedrückend auf den Gesprächspartner wirken muss. Unter Retten verstehe ich generell, dem anderen zu dienen und ihm in vielerlei Art und Weise eine zu Hilfe sein und damit positiv zu handeln anstatt negativ einzuengen.

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Zurück zu Jesus

28 08 2009

Dadurch, dass ich nun in Israel bin, werde ich aus meinem deutschen Alltag heraus gerissen und bin ich bei vielem auf mich allein gestellt. Das hat zur Folge, das ich vieles, was in Deutschland selbstverständlich war, neu überdenke.

Hier in Israel fallen mir die Sachen, die mich an der “Institution Kirche” stören, mehr auf: Es stört mich, dass der Glaube an Jesus eine Religion ist. Es stört mich, dass der Glaube an Jesus so sehr verbunden ist mit dem Bürgertum. Es stört mich, dass Christen in manchen Situtationen ihr Gehirn ausschalten und das dann Gottvertrauen nennen. Es stört mich, dass das Christentum für viele nur ein weiterer abgetrennter Lebensbereich ist. Es stört mich, dass hier in Jerusalem, wo Jesus gewirkt hat, seine angeblichen Todes-, Gebets- und Geburtsstellen vermarktet werden. Es stört mich, dass Christen Christen sind, weil ihre Eltern Christen sind bzw. weil sie es schon immer waren. Es stört mich, dass Christen sich Sonntags schick machen um in die Gemeinde zu gehen (und dies auch von anderen Christen einfordern), und Jesus die Woche über wieder vergessen. Es stört mich, wenn Christen Jesus für sich missbrauchen.

Obwohl ich manche christliche Verhaltensweisen ablehne, möchte ich diese von Gottes Wesen trennen können, da ich sonst wahrscheinlich irgendwann auch Gott ablehen würde. Daher, habe ich mir vorgenommen, in nächster Zeit das Johannes-Evangelium durchzulesen (etwa ein Kapitel pro Tag), um wieder den wahren Jesus zu entdecken und mich wieder neu und mehr auf ihn einzulassen. Ich möchte Jesus in allen seinen Facetten erleben, und nicht nur das hören, was mir andere über ihn sagen wollen und ich möchte ihn tiefer verstehen und ihm nicht nur folgen, weil ich das schon mein ganzes Leben getan habe.

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Anabel

26 08 2009

Obwohl es schon vor einer Woche passiert ist, kann ich es immer noch nicht wahrhaben und recht begreifen, dass Anabel nicht mehr lebt. Mit dem „nie wieder…“ komme ich einfach nicht klar.

Ich kannte sie seit etwa anderthalb Jahren durch Marc – meinen besten Freund – mit dem sie in einem Jahrgang war.  Mit den Leuten aus dem „Horner Freundeskreis“ haben wir nicht extrem häufig was miteinander gemacht, aber wenn Actions gestartet wurden, waren sie meiner Meinung nahezu perfekt, da die Gruppe so gut zusammengepasst hat.

Anabel, war – soweit sie konnte – immer ein wichtiger Teil der Gruppe. Sie hat sich, obwohl sie Krebs hatte, nicht zurückgezogen, sondern hat das Leben gelebt, genossen und bejaht. Ich bin wirklich immer noch erstaunt, was für ein unglaublich positiver Mensch sie war. In dieser Art und Weise ist sie für uns, die wir noch leben, ein Vorbild, dass man sich von widrigen Umständen nicht entmutigen lassen, sondern das Beste aus der Situation machen und kämpfen sollte.

Ich bin dankbar, dass ich sie kennen gelernt habe.

Anabel und ich

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Arbeitstag und Stadion

25 08 2009

Im Folgenden werde ich mal exemplarisch eine Frühschicht darstellen:

Gestern ist E., ein Behinderter, aus dem Krankenhaus zurückgekommen. Er wurde an der Hüfte operiert und man muss deswegen äußerst vorsichtig mit ihm umgehen. Aus diesem Grund habe ich heute spontan Früh- statt Spätschicht gearbeitet (Damit morgens drei statt zwei Worker da sind).

Heute morgen ging es dann mit David, einem anderen Volontär, und Jamal um 7:30 los. Die beiden haben sich zunächst um E. gekümmert und ich habe

- M. geweckt und seine Beine gedehnt (er hat eine Nervenkrankheit und braucht das Dehnen zur Entspannung),

- D. auf die Toilette gesetzt, ihn untenrum saubergemacht, rasiert und wieder ins Bett gelegt,

- M. zum Beten fertig gemacht

- O. geweckt, gefüttert, ihm die Zähne geputzt und ihn auf die Toilette gesetzt,

- M. auf die Toilette gebracht,

- O. untenrum abgeduscht, ihm die Badehose angezogen und ihn zum Pool gebracht (um die Beweglichkeit zu trainieren) und

- Y. geweckt, ihn geduscht und wieder ins Bett gelegt.

Als ich damit fertig war, war es etwa 12:00 Uhr und ich hatte eine Stunde kaum was zu tun, bis zum Mittagessen, das immer um 13:00 Uhr ist. Zum Mittagessen habe ich dann D., E., R. und O. ein Lätzchen umgebunden und O. gefüttert.

Später um 14:00 wollte O. zuerst einen Becher mit Diet-Coke trinken und danach habe ich ihn zum Mittagsschlaf ins Bett gebracht.

Von 14:15 bis zum Schichtende um 15:30 war dann auch so gut wie nichts zu tun, außer einmal Y. drehen.

Nach der Schicht war ich so fertig, dass ich schlafen gegangen bin. Eigentlich wollte ich nur zwanzig Minuten schlafen, aber im Endeffekt sind daraus drei Stunden geworden.

Nachdem ich geduscht und kurz ein bischen gesurft habe, hat Tim, der dritte Volo von meinen Flur (außer David und mir), angerufen und gefragt, ob ich Lust habe mit Y. ins Stadion zu gehen. Vorher hatte ich schon von Philip gehört, der mit R., einem Resident, bei der Jerusalem Mall war, dass es dort sehr voll ist, und ein Spiel nach dem Motto Werder-HSV bzw. Dortmund-Schalke ansteht, nämlich Beitar Jerusalem gegen Hapoel Tel Aviv.

Als Behinderter kommt man kostenlos ins Stadion und darf noch eine Begleitperson mitnehmen. Beitar hat gut gespielt, nur leider seine Chancen nicht genutzt, sodass es zum Schluss 0:0 hieß. Schade.

Edit: Ich habe die Vornamen durch den Anfangsbuchstaben ersetzt.

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Rest in Peace

21 08 2009

Anabel und ich

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Transpiration, Todescrocs und Totes Meer

21 08 2009

Am Montag waren wir, das heißt Johannes, Philip (beide aus meiner WG), Rahel (Hagoshrim-Volontärin aus Petach Tikvah) und Stefan (ein Akim-Volontär, den wir tags zuvor kennen gelernt haben) in Ein Gedi, einem Ort am Toten Meer.

Wir sind von Jerusalem aus mit dem Bus gefahren. Kurze Zeit, nachdem wir Jerusalem verlassen haben, waren wir in der Wüste, krass. Während der Fahrt, die etwa zwei Stunden dauerte, haben wir in so einer Art Oase in der Nähe von Jericho eine Pause gemacht, wo folgende Bilder entstanden sind:

Zwischenstopp
Zwischenstopp
Unterschied zwischen Wüste und Oase
Unterschied zwischen Wüste und Oase

Als wir dann in Ein Gedi angekommen sind, haben wir uns in der Bullen-Mittagshitze aufgemacht, durch das Wadi Arugot zu wandern. In der Wüste entspringen nämlich zwei Quellen, die dann als Flüsse ins Tal fließen, an denen man langwandert, Wadi Arugot und Wadi David. Zurück zur “Bullen-Mittagshitze”: was auch immer ich bisher erlebt habe in Sachen Schwitzen, das hat alles übertroffen. Um nicht auszutrocknen, wird von offizieller Stelle empfohlen, etwa einen Liter pro Stunde zu trinken und das ist nicht schlecht geschätzt.

Trotz dieser Widrigkeiten hat sich die Wanderung auf jeden Fall gelohnt, da es ganz oben die “Upper Pools” gibt, in denen man sich herrlich abkühlen kann:

Upper Pools
Upper Pools

Als uns tatsächlich sogar ein bischen kalt wurde, sind wir wieder runter gelaufen:

Rückweg 1
Rückweg 1
Rückweg 2
Rückweg 2

Vielleicht auf 20% der Wegstrecke nach unten gibt es auch noch einen “Hidden Waterfall”, den wir auch nochmal zur Abkühlung genutzt haben:

Hidden Waterfall
Hidden Waterfall

Das T-Shirt habe ich da gleich angelassen, um für den weitern Rückweg ein gutes Kühlsystem direkt am Körper zu haben. ;-)

Wie man auf den Fotos ganz klein sehen kann, bin ich mit Crocs gegangen, das sind im Prinzip Clogs aus Gummi. Sehr angenehm, wenn man ständig durch den Fluss geht. Allerdings hat dieses Schuhwerk auch seine Nachteile, nämlich haben sie praktisch kein Profil, wodurch ich in einem kleinen Moment der Unaufmerksamkeit gleich weggerutscht bin. Ärgerlich.

Die Kratzer, die ich mich dabei zugezogen habe, haben es dann leider verhindert, dass ich ins Tote Meer konnte, in dem nur die anderen vier waren:

Totes Meer
Totes Meer

Alles in allem, war der Tag sehr anstrengend, aber auch sehr cool, weil man viel Natur gesehen hat.

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Foto-Neuerung

20 08 2009

Ich hab eben ein bischen daran gebastelt, wie auf dem Blog Fotos angezeigt werden, neuerdings kann man sie auch anklicken um sie zu maximieren. Yeah!

PS: Inhaltsreichere Posts werden auch bald wieder kommen, jetzt wird aber erstmal mit der WG CS gezockt. ;-)
Entschuldigung

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Dummheit

11 08 2009

Von Sonntag auf Montag sind wir (Philip, Johannes und ich) nach Tel Aviv gefahren, um uns dort mit anderen Volontären am Strand zu treffen und zu chillen. Zunächst haben wir dann noch zwei Behinderte begleitet, die in Tel Aviv Freunde besucht haben. Da es für die beiden einfacher ist, sind wir mit dem Zug gefahren. Wenn man jetzt denkt, dass israelische Züge mit deutschen Zügen zu vergleichen sind, irrt man sich gewaltig. Die Züge sind dreckig, schweinekalt, und, man braucht für eine Strecke von 70 km über anderthalb Stunden, da das Etwas, das hier Zug genannt wird mit dem Begriff Bimmelbahn besser beschrieben wäre.

Als wir dann endlich da waren – und erstmal von der schwülen, heißen Tel Aviver Luft erschlagen wurden – sind wir an den Strand gefahren. Auf Grund unser Haarschneideaktion (http://www.lennardo-da-vinci.de/2009/08/11/shabatt-schur/), mussten wir uns dort am Strand sogar mehrfach unseren Kopf eincremen. Ungewöhnlich.

An sich konnten wir den Tag dann auch gut zum Entspannen nutzen, wäre da nicht unsere Dummheit. Im Laufe des Nachmittags wurden – trotz Bewachung – ein Rucksack und eine Tasche gestohlen, in der Nacht ist mein Portmonee abhanden gekommen und außerdem hat einer seine Hose und seinen Schlafsack verloren. In meinem Portmonee waren allerdings, dumm wie ich bin, meine Kreditkarte, zwei ec-Karten, eine deutsche SIM-Karte, mein Perso und etwa zehn Euro. Die Karten sind jetzt alle gesperrt, und, so wie ich das eben gelesen habe, kriege ich die Kreditkarte kostenlos ersetzt, sodass das alles nicht ganz so schlimm ist. Am ärgerlichsten an dem Tag war eigentlich, dass ich meine Brille, auf meine Isomatte gelegt habe als ich schwimmen war und da dann Sand drauf gekommen ist, weshalb ich jetzt drei nervige Kratzer auf dem einen Glas habe und dauernd das Gefühl habe, die Brille wäre dreckig.

Nachdem wir wieder zurück waren, konnte ich quasi sofort mit der Spätschicht anfangen, abends bin ich nicht gleich ins Bett gegangen, weil es der letzte Abend von Anna-Sophie, Maria und Anna-Lena war, und dann habe ich heute morgen schon wieder die Frühschicht gearbeitet. Jetzt sind die Mädels allerdings weg und wir sind eine reine Männer-WG; ich hoffe mal, wir kriegen das gut hin.

Nun muss ich aber gute Nacht sagen, um mein Schlafdefizit nicht noch mehr zu verstärken.

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Shabatt S(c)hur

11 08 2009

Am letzten Shabbat hieß es für uns als neue Volontäre in Jerusalem-Gilo (außer David-Jan): “Schnipp, schnapp, Haare ab!”

Die Vorher-/Nachherbilder seht ihr hier:

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher


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ILAN – Home for the Handicapped

11 08 2009

Seit Sonntag ist nun das Einführungsseminar vorbei und ich bin in der Einrichtung, in der ich das nächste Jahr arbeiten werde:

In der Einrichtung leben Behinderte und man ist immer für einen Flur zuständig. Auf meinem Flur sind derzeit acht Männer, für die ich, sobald ich richtig anfange zu arbeiten, mit einem anderen Worker zusammen verantwortlich bin. Manche sind sehr selbstständig, sodass man nur die Bettwäsche oder die Batterien fürs Hörgerät wechseln muss, anderen muss man bei nahezu allem helfen, was sie tagsüber so machen, also aufwecken, Zähne putzen, Füttern, in den Rollstuhl heben, auf Toilette schieben, Duschen und anziehen. Die Arbeit, die ich fünf Mal die Woche je 8 Stunden (Früh- oder Spätschicht) verrichte, ist schon ziemlich anstrengend und nicht leicht, aber noch werden wir als Volontäre nur eingeführt und kucken den anderen Workern bei der Arbeit zu, damit wir gut reinkommen. (Zuminest David-Jan und ich auf dem vierten Flur kucken noch zu, Johannes musste gleich am ersten Tag fast alleine arbeiten) Das gute ist, dass die meisten Behinderten geistig noch relativ fit sind; die meisten können sogar besser englisch als die arabischen Worker, sodass die Kommunikation nicht schwer fällt und sie mir auch helfen, wenn ich etwas nicht genau weiß.

Wir Volontäre leben direkt bei der Einrichtung in einer WG, in der wir im Moment zu siebt sind, allerdings fliegen Anna-Sophie und Maria bald zurück nach Deutschland; ab dann sind wir eine reine Männer-WG. Ich bin mal gespannt, wie wir das hinkriegen. Zu unserer WG gehört eine schöne Dachterasse, von der wir einen wunderbaren Blick über Jerusalem haben, das bei Nacht so aussieht:

Jerusalem bei Nacht
Jerusalem bei Nacht


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