Yom Kippur
4 10 2009Heute vor einer Woche wurde hier in Israel der im Prinzip höchste Feiertag begangen. Und zwar: Yom Kippur. An Yom Kippur, zu Deutsch Versöhnungstag, fasten alle Juden von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten. Normalerweise erliegt das normale Leben hier schon an einem ganz regulären Shabbat, aber Yom Kippur hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt: Alle Läden geschlossen, kein Essen im Behindertenheim, keine Autos, ein Mitvolontär wurde auf der Straße sogar angesprochen, dass er nicht rauchen dürfe.
Diesen Tag konnten wir als WG natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen, weswegen wir verschiedene Aktionen gestartet haben:
- Haben wir den Einkaufswagen, den wir noch hier stehen hatten, ausgepolstert und sind damit die Straße runtergefahren: Einer saß drin, einer stand hinten drauf und hat gelenkt. Leider ist die Lenkbarkeit der Dinger doch sehr eingeschränkt, weswegen wir das Projekt irgendwann ein bisschen enttäuscht abgebrochen haben.
- Haben wir abends die typische WG-Aktion für alle Volontäre im ILAN in Angriff genommen, nämlich auf den Kran hier in Jerusalem-Gilo zu klettern: Tim war müde und krank und ist deshalb zu Hause geblieben, aber David, Johannes, Philip und ich haben uns auf den Weg gemacht. Nachdem wir hilfreiche Tipps von Tim eingeholt hatten, der schon mal oben war, und die Situation am frühen Abend auch bereits in Augenschein genommen hatten, wussten wir, dass es zwei mögliche Wege gibt. Den langweiligen und den coolen. Der langweilige Weg besteht einfach daraus, dass man ganz unten am Kran über Stacheldraht klettert. Für den coolen Weg muss man hinten um das Einkaufszentrum, zu dem der Kran gehört (Übrigens: Das Upton-Center wird seit Jahren nicht fertig gebaut, damit die Betreiber keine Steuern zahlen müssen), herum gehen und unter anderem über die Dachbalken eines ebenfalls nicht vollendeten Schwimmbads klettern, was ein bisschen risky war. Die zweite Problematik bestand darin, dass es an dem späten Abend sehr neblig war, weshalb immer die Gefahr bestand von den feuchten Sprossen abzurutschen. Im Endeffekt haben David und ich es nach ganz oben geschafft, die anderen haben lieber aufgehört, um nicht runterzufallen.
- Ist uns noch ein Sofa über den Weg gelaufen, das uns so gemocht hat, dass es über einen Zaun gesprungen und uns bis in die WG gefolgt ist.
Kategorien : ILAN, Israel
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