Flughafen

27 07 2010

Die erste Hälfte meines Rückreisemarathons liegt hinter mir. Gestern Nachmittag habe ich die Wohnung verlassen und bin nach Ashdod gefahren (Dem Ort, wohin die Gaza-Flotte umgeleitet werden sollte), wo es eine Geburtstagsfeier von und für Thamar, Klaus und Christian gab. Gefeiert wurde in einer Ruine.

Philip und ich hatten beide schon unsere je zwei Koffer dabei und ich bin immer noch dankbar für die Hilfsbereitschaft der anderen, dass wir sie nicht komplett alleine tragen mussten. Angekommen in Ashdod sind wir erstmal in das unglaublich warme Wasser gegangen; danach haben wir gegrillt. Sehr schön war, dass ich durch die Feier fast alle Volontäre nochmal gesehen habe und mich verabschieden konnte.

Am frühen Morgen sind wir mit einigen Leuten weiter nach Tel Aviv zum Strand gefahren. Dort hieß es dann Abschied von Philip meinem lieben WG-Kollegen zu nehmen, der am Nachmittag geflogen ist. Allerdings sehen wir uns in anderthalb Wochen schon wieder. Am Strand konnte ich dann einigen neuen Volontären nochmal kurz Hallo sagen, die in gut zehn Stunden mit dem Einführungsseminar in ihre Zeit in Israel starten werden.

Den Abend habe ich dann bei den Altenheim-Volos in Petach Tikvah verbracht, wo mich, nach gemeinsamem Essen und Hauskreis, um Mitternacht mein Taxi abgeholt hat. Am Flughafen angekommen wurde ich dann innerhalb von einer halben Stunde durchgecheckt, komplett mit Befragung und Gepäckdurchleuchtung. Anscheinend waren meine Antworten auf die Fragen (u. a. Was hast du hier gemacht? Wie war dein Tagesablauf? Warst du bei Fremden zu Hause? Bist du rumgereist? Wer hat die Reisen geplant?) so harmlos, dass meine Koffer nichteinmal geöffnet wurden. Vermutlich habe ich damit einen neuen Hagoshrim-Rekord aufgestellt, bei Philip zum Beispiel hat dieselbe Prozedur nämlich an die fünf Stunden gedauert, mit mehrfachem Koffer Durchsuchen.

Nachdem ich noch 70 Minuten am Check-in-Schalter warten musste, sitze ich mittlerweile in der Abflughalle und warte noch anderthalb Stunden bis der Flug geht.

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Dummheit

11 08 2009

Von Sonntag auf Montag sind wir (Philip, Johannes und ich) nach Tel Aviv gefahren, um uns dort mit anderen Volontären am Strand zu treffen und zu chillen. Zunächst haben wir dann noch zwei Behinderte begleitet, die in Tel Aviv Freunde besucht haben. Da es für die beiden einfacher ist, sind wir mit dem Zug gefahren. Wenn man jetzt denkt, dass israelische Züge mit deutschen Zügen zu vergleichen sind, irrt man sich gewaltig. Die Züge sind dreckig, schweinekalt, und, man braucht für eine Strecke von 70 km über anderthalb Stunden, da das Etwas, das hier Zug genannt wird mit dem Begriff Bimmelbahn besser beschrieben wäre.

Als wir dann endlich da waren – und erstmal von der schwülen, heißen Tel Aviver Luft erschlagen wurden – sind wir an den Strand gefahren. Auf Grund unser Haarschneideaktion (http://www.lennardo-da-vinci.de/2009/08/11/shabatt-schur/), mussten wir uns dort am Strand sogar mehrfach unseren Kopf eincremen. Ungewöhnlich.

An sich konnten wir den Tag dann auch gut zum Entspannen nutzen, wäre da nicht unsere Dummheit. Im Laufe des Nachmittags wurden – trotz Bewachung – ein Rucksack und eine Tasche gestohlen, in der Nacht ist mein Portmonee abhanden gekommen und außerdem hat einer seine Hose und seinen Schlafsack verloren. In meinem Portmonee waren allerdings, dumm wie ich bin, meine Kreditkarte, zwei ec-Karten, eine deutsche SIM-Karte, mein Perso und etwa zehn Euro. Die Karten sind jetzt alle gesperrt, und, so wie ich das eben gelesen habe, kriege ich die Kreditkarte kostenlos ersetzt, sodass das alles nicht ganz so schlimm ist. Am ärgerlichsten an dem Tag war eigentlich, dass ich meine Brille, auf meine Isomatte gelegt habe als ich schwimmen war und da dann Sand drauf gekommen ist, weshalb ich jetzt drei nervige Kratzer auf dem einen Glas habe und dauernd das Gefühl habe, die Brille wäre dreckig.

Nachdem wir wieder zurück waren, konnte ich quasi sofort mit der Spätschicht anfangen, abends bin ich nicht gleich ins Bett gegangen, weil es der letzte Abend von Anna-Sophie, Maria und Anna-Lena war, und dann habe ich heute morgen schon wieder die Frühschicht gearbeitet. Jetzt sind die Mädels allerdings weg und wir sind eine reine Männer-WG; ich hoffe mal, wir kriegen das gut hin.

Nun muss ich aber gute Nacht sagen, um mein Schlafdefizit nicht noch mehr zu verstärken.

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