Holocaustgedenktag – יום השואה

13 04 2010

Gestern war in Israel der יום השואה (Jom HaShoa), also der nationale Holocaustgedenktag.

Morgens wurden deswegen in der Gedenkstätte Yad VaShem Kränze niedergelegt. Da auch unsere Organisation vertreten war, bin ich dort gewesen. Zunächst gab es strengere Sicherheitskontrollen als üblich: Meine Tasche wurde zweimal durchleuchtet, ich bin durch einen Metalldetektor gegangen, wurde gefragt wie lange ich schon im Land sei, was ich hier mache und ob ich Waffen dabei hätte und meine Hände wurde darauf geprüft, ob ich in letzter Zeit mit Sprengstoff zu tun hatte.

Nach zwei Schweigeminuten um zehn Uhr, die im ganzen Land begangen wurden (sogar im Straßenverkehr), begann die Zeremonie:

Sechs Feuer, jeder für eine Million ermodete Juden
Sechs Feuer, jeder für eine Million ermodete Juden
Präsident Shimon Peres
Präsident Shimon Peres
Ministerpräsident Benjamin "Bibi" Netanjahu
Ministerpräsident Benjamin "Bibi" Netanjahu
Mitglieder der Organisation für Veranen, Partisanen und Verwundete im Aufbegehren gegen Nazis
Mitglieder der Organisation für Veranen, Partisanen und Verwundete im Aufbegehren gegen Nazis
104 Kränze
104 Kränze

(Bilder von www.yadvashem.org/)

Etwas irritiert hat mich, dass, soweit ich es verstanden habe, vielleicht fünf der 104 Kränze aus Deutschland waren, die auch fast alle von Volontärsorganisationen. Neben den wichtigsten Menschen des israelischen Staates, hätte ich eigentlich den deutschen Botschafter, wenigstens aber einen offiziellen deutschen Vertreter erwartet. War aber niemand da.

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Altstadt, Geschichte und Trauertag

29 07 2009

Heute war ein ganz schön voller Tag.

Nachdem wir gestern Abend noch in einer Kneipe waren, mussten wir heute “erst um 7:30 bei der Morgen-Andacht sein” (Zitat Ingrid, eine der beiden Seminarleiterinnen), das heißt – da wir nur zwei Duschen für zwölf Männer haben – hat der Wecker nach nicht einmal fünf Stunden um 6:30 geklingelt. Eindeutig zu früh.

Von 9:00 bis 14:00 haben wir eine Stadtführung mit einem siebzigjährigen Holländer mit spanischem Vater gemacht, der orthodoxer Jude ist. Er hat uns echt viel rum geführt und wusste unglaublich gut bescheid. So weiß ich jetzt so einiges über das armenische Viertel, dass neben dem arabischen, jüdischen und christlichen ein bischen aus dem Rahmen zu fallen scheint. Die Armenier waren das erste Volk, dass (nahezu) komplett das Christentum übernommen hat. Die Armenier an sich leben sehr zurückgezogen, völlig eingemauert und hinter Stahltühren versteckt. Das ganze geht so weit, dass sie oben an den Mauern extra Glasscherben eingesetzt haben, dass ja keiner in den Innenhof gelangen kann. Die ganzen fünf Stunden konnte man natürlich nicht aufpassen, aber man fühlt sich jetzt nicht mehr so fremd und unwissend in dieser geschichtsträchtigen Stadt.

Am Nachmittag haben wir dann einiges über die politische und demografische Situation Israels, und über Kibbuzim gelernt, um ein gewisses Grundwissen zu haben.

Ansonsten hat heute um 18:00 der Trauertag der Juden begonne, an dem sie dem zerstörten Tempel hinterhertrauern und an der Klagemauer sind. Da waren wir vorhin noch mit ein paar Leuten, haben Fotos gemacht und uns angehört, wie Juden im Kreis saßen und gemeinsam Psalmen gesungen haben.

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