September Leaves – Friendship Manifesto

5 12 2010

In Israel habe ich einen großen Fehler gemacht. Mehrfach. (Neben genügend anderen natürlich.)
Als Musikliebhaber war ich ungeduldig und habe CDs als mp3 gekauft, weil ich die ewigen Lieferzeiten nicht abwarten konnte. Unter anderem ist mir dieses Missgeschick bei September Leaves’ Album “Cover The Sky With Gold” passiert.
Als der Künstler vor kurzem über Twitter (@mrleaves) verbreitete, dass derzeit keine Versandkosten für das neue Werk “Friendship Manifesto” anfallen, habe ich zugegriffen.

Einige Tage später kam das Päckchen an und nach dem Auspacken war ich echt umgehauen. Solch eine liebevoll gestaltete CD hatte ich vermutlich noch nie in der Hand.

Im Zentrum steht oder besser gesagt hängt ein kleines Pappmännchen, dass sich aus einem brennenden Fenster hinaus rettet und unten auf der Straße mit einem Sprungtuch erwartet wird. Darüber hinaus gibt es aber noch einige weitere, kleine Details zu entdecken.

Dieses Album hat mich darin bestätigt, Musik – die nebenbei bemerkt wunderbarst klingt – nicht nur auf irgendeinem Wege zu kaufen, sondern auch in die materielle CD mit ihrem ganz speziellen Artwork zu investieren.
Von nichtssagenden mp3s bin ich ersteinmal geheilt. Danke Mr. Leaves.
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Website: http://septemberleaves.com/

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Erfreuliches und Ärgerliches

17 11 2009

Gestern hatten Thomy und Thorschten Geburtstag. In diesen haben wir mitten in Jerusalem in einem verlassenen Araberdorf in einer Ruine rein gefeiert. Wir als WG haben uns alle extra den Tag danach frei genommen, damit wir keinen Stress haben und weil wir noch in eine Tropfsteinhöhle fahren wollten.

Bevor wir uns dann gegen sechs auf den Weg gemacht haben, mussten wir noch die Informationen zu der Höhle ausdrucken und sind dazu in den Computerraum vom Maon (deutsch= Heim) gegangen, wo mich ein Typ angesprochen hat, den ich nicht kannte. Er war aus Amerika und kannte einen „unserer“ Behinderten. Begeistert davon, dass wir als Deutsche für ein Jahr in Israel sind und mit Behinderten arbeiten, hat er uns gefragt, ob er mal mit uns Pizza essen gehen kann, hat aber gesehen, dass wir wegwollen (zum Geburtstag) und uns dann einfach Geld gegeben, damit wir selbst mal was Schönes machen können neben der Arbeit (200 Schekel, das sind etwa 40 Euro). Großartig. Unglaublich.

Nach dieser tollen Begegnung sind wir schnell zum Bus gelaufen, um zur Central Bus Station zu fahren. Da meine Kopfhörer zwei Tage zuvor endgültig ihren Geist aufgegeben haben, hab ich mir dort neue gekauft, die auch nicht ganz billig waren. Ich hab sie allerdings noch nicht sofort ausprobiert, um „den Moment“ mehr genießen zu können. ;-)

Die Ruine, in der dann die Feier war, war auch wirklich überraschend, einmal, weil sie fast direkt an den großen Straßen lag, aber trotzdem alles ruhig war, und auch, weil es sehr gemütlich war, mit Überdachung und Lagerfeuer, also hatten sich die Sorgen um den Tod durch Erfrieren schnell wieder zerschlagen. Dort haben Philip, Johannes und ich uns dann von Hagen, unserem Foto-Experten, nochmal erklären lassen, was ein gutes Foto ausmacht bzw. beeinflusst. Mit den neuen Erkenntnissen, habe ich mich dann mal bemüht ein schönes Foto vom Feuer zu machen, und zwar nicht im Automatikmodus. Herausgekommen ist unter anderem dieses, das jetzt auch mein neuer Desktophintergrund ist:

Am nächsten Mittag haben wir, also meine WG-Kollegen David, Johannes und Philip, sowie Rahel und Hendrik aus einem Altenheim in Petach Tikvah, uns auf den Weg nach Beit Schemesch gemacht, dem Ort, wo die Tropfsteinhöhle ist. Nach einiger Fahrtzeit, hat uns der Busfahrer einen Hinweis gegeben, dass wir aussteigen müssen. So standen wir dann da. Ohne Plan, wohin wir gehen sollten. Ohne Hinweisschilder. Nach einiger Fragerei, hatten wir eine grobe Richtung erfahren, waren uns aber nicht wirklich sicher, ob wir richtig waren. Also haben wir ein Taxi angehalten, dessen Fahrer uns sagte, dass es 20 Autominuten wären. Pro Taxi (wir brauchten 2) sollten wir 50 Schekel (10 Euro) bezahlen. Und da wir die Höhle nun mal sehen wollten, aber keine Zeit mehr hatten, da die Höhle in kurzer Zeit zumachen sollte, haben wir uns entschieden, die Taxis zu nehmen. Was auch eine gute Entscheidung war, da wir ewig gelaufen wären. Bergauf. Froh, das Geld investiert zu haben, sind wir dann an dem Nationalpark angekommen, um dort dann zu erfahren, dass wir zu spät sind. Es war zehn nach drei, und der Einlassschluss ist um drei, wobei der Park noch bis um vier offen hat. Alle Versuche zu erklären, dass wir rechtzeitig bis um vier wieder draußen wären, haben nicht funktioniert. Nicht mal das Volontärsargument (Wenig Zeit und Geld) hat gezogen. Ärgerlich. So haben wir die Taxis wieder zurückbestellt und uns für weitere 100 Schekel zu einer Bushaltestelle fahren lassen. Während wir gewartet haben, ist die Sonne untergangen (um halb fünf), weswegen ich nochmal meine Kamera mehr ausprobiert habe:

Als wir dann alle endlich im Bus saßen, müde, von dem ständig unterwegs sein, war der Moment gekommen, die Kopfhörer zu nutzen. Erst mal musste ich ewig die Gummiaufzüge umfriemeln (da mir die mittleren zu groß sind), konnte dann doch aber endlich wieder Musik hören, und zwar Stereo. ;-) (Vorher hatte ich lange Zeit nur einen funktionierenden Kopfhörer). Mit der Zeit, merkte ich aber, dass der Ton ab und zu aussetzte, wenn ich an den Stecker kam. Mist, dachte ich, Kabelbruch. Verärgert bin ich zurück an der Central Bus in Jerusalem zu dem Laden gegangen, wo ich sie gekauft hatte, aber der Verkäufer meinte, dass sie ok wären und das Problem wahrscheinlich an meinem mp3-Player liege. Und er hatte Recht, meine Kopfhörerbuchse ist ausgeleiert und führt zu den Tonaussetzern. Doof, doof. Allerdings, habe ich herausgefunden, dass ich wohl nur den Stecker in der Buchse drehen muss und bei gewissen Positionen geht’s. Hoffentlich bleibt das so, dass es immerhin manchmal geht.

Völlig verschwitzt und verdreckt von dem Feuer und der Fahrt, haben sich alle auf die Dusche zu Hause gefreut. Doch damit war nichts, wir hatten nur kaltes Wasser. Der Hausmeister meinte, unser Boiler sei kaputt, und der Grund dafür, dass wir häufig Stromausfälle haben (innerhalb von zwei Wochen bestimmt 20 Mal), weshalb wir das Wasser mit der Zentralheizung wärmen sollten. Haben wir gemacht. 30 Minuten gewartet und das Wasser war immer noch kalt. Entnervt haben wir den Boiler wieder angemacht, aber 3 Minuten später war der Strom auch schon weg. Also haben wir im Endeffekt im Maon geduscht, also nebenan. Das war auch alles ziemlich provisorisch, mancher hatte kein Licht, mancher keinen Duschkop, einer konnte den Raum nicht abschließen.

Frisch geduscht sind wir dann zu Burger’s Bar gegangen, um gut zu essen. Das Geld, das der amerikanische Jude uns gegeben hat wurde gleich genutzt und der Tag fand ein versöhnliches Ende.

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Freude

3 11 2009

Paket

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Die letzten Tage

24 07 2009

Mittlerweile sind es nur noch drei Tage, bis ich nach Israel fliege und ich stehe in einem Aufräum-, Pack- und Verabschiedungsmarathon:

Nach der zwei Wochen langen Freizeit in Schweden, die unglaublich cool war und auf der ich sehr viele besondere Menschen kennengelernt habe,  habe ich mich am Montag das letzte Mal mit Malte zum „philosophierenden Rondell“ getroffen.

Gestern war Eis essen mit Clara und Schuku angesagt. Aus dem „Eis essen“ wurde „Eis und türkische Pizza essen und zu Schuku und danach zu Lars und später ins Stubu gehen“. Welch ein langer Tag, aber es war sehr schön, die beiden mal wieder gesehen zu haben.

Heute war hauptsächlich Auf- und Ausräumen angesagt und danach ging’s zu Fabian. Eigentlich dachte ich, wir treffen uns heute nochmal zu zweit, aber dann wurde daraus ein Spieleabend, der auch ganz cool war. Jetzt haben wir uns eben verabschiedet, nachdem er mich nach Hause gefahren hat.

Morgen – bzw. heute – steht dann ein spontans Treffen mit einigen Leuten von der Freizeit an. Zum Glück ist das hier in Bremen, dann kann ich auch dabei sein. Ich freu mich schon unglaublich, Jan-Malte, Yannik, Franzi, Adrian und Jenny wieder zu sehen. Ich hoffe, ich schaffe es morgen noch, endgültig alles aufzuräumen, damit ich am Samstag dann nur noch den ganzen Kram zur Deponie fahren muss und den restlichen Samstag zum Packen habe.

Sonntag fahren wir (Mama, Papa, Opa und ich) dann um halb zehn los nach Köln zum Flughafen, damit ich gegen drei da bin. Für Flüge nach Israel gibt es nämlich so starke Sicherheitskontrollen, dass man etwa drei bis vier Stunden früher kommen sollte. Um 18:45 geht dann der Flug und um 00:05 israelischer Zeit komme ich in Tel Aviv an (Die Zeitverschiebung beträgt übrigens eine Stunde. Also in Israel ist es eine Stunde später.) Zum Glück werde ich nicht ganz alleine sein, da noch fünf andere Volontäre den gleichen Flug nehmen wie ich. Beruhigend.

Jetzt ist aber dringendst Schlaf angesagt, damit ich den Marathon auch weiterhin durchhalte.

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